inen Canlo- vor; die enorme Häufigkeit der Krankheit lässl sich, wie Blumen- afituhrt, schon daraus bemessen, dass, wenigstens vordem, die mz daä reehte Ablader der umherziehenden Bruchschneider war, bekannllleb mit Exstirpalion des TesUkels operirten, und dass man fkn in der Schlacht bei V'illmargen (1712) Gefallenen, und a«f der lüaii Beerdigten eine unglaublich grosse Menge mit Brüchen behariet Am aherhauligsten hat Blumeobaeh das Leiden im innern Socken ellerlandes , Stadlin im Canton Zug, in den Gemeinden Zu%, fienEini^t^n und Baar gefunden, so dass im Canton Zug die Krawk- so hauljg ist, dass unter 100 Erwachsenen zuverlässig wenigstens je mit einem Bruche behaftet angetroflen wird. Aus Frankreich lie- eiilfiprecheade Mitlheilungen aus mehreren Gegenden der Voge^eo *), » wie Didelot aniiüirl, in einzelnen Gebirgsdörlem unter je 100 mti 20 Bruclikranke ündel, und aus der Ober-Auvergne *) vor, in deci Niederlanden soll, wie Blumenbach (L c.) bemerkt, die heit aullallend häufig sein, und in gleicher Weise berichten Cleg- ^j ausMinorca, Ziermann») ausSicilien und Hennen*) aus über die ungewöhnliche Frequenz von Unlerleibsbriichen ; specieli Malta wird das üebei so hüuiig angetroffen, dass, wie ein beschaltig* Wuadafzt Hennen versicherte, Vs ^^^^^ seiner Bekannten daran litu Grieelieniand gehören, den übereinstimmenden Erklürungen vou pios ^*) und Quitzmanntt) zufolge, Hermen zu den daselbst am beobachteten chirurgischen Krankheiten, ebenso spricht sich er*'^) aus der Türkei aus, wo die Krankheit jedenfalls viel häutiger id vielen andern Gegenden Eurot^us beobachtet wird, und auch iti ri«ii wird das Uebel, wie Eobertsou^^) bemerkt, in auirallenderlläu- vmi aogetrollen. — Eine bekannte, und durch die Mittlieilungcn von ot-ßey **) und Pr uner ti) bestätigte Thatsuche ist das Vorherrschen von ierleibsljfücheD tu Egypten und in gleicher Weise berichten Varn- ff n >*} und Pleasants ^^) übereinsUmmend^ dass die Krankheit in jr«tf«1lcer Be*e1tr. 4« Moldau and Walacboi, Lp«. IB48, Dohronr»wow t« Jleck«i' Afioa. dir wlMMudi, HeUkil, XIXl. 341, Müller in Oealer. med. Jahrb. !>*« Ucbr, a*a. DIt«. dt ü^ctta ^, QBUro -^ et huboiii>o«i< Uclvetid« IdüoII» lhaquentibuü. ArgontM-. IMI M«d. BUilleth^k I, 7Sä. 4) SufawelK, Ardilv der Mc4. Jiibrff. 1. Hell t. m. liiit«lgt Uiit dfi lA Boc. Toy. d« Mid. U. M7, Mer er Obfir-Klmbelm In med.-topoffr. Ulo«ic]jt. mrMib. luu i^i, e) Brioude WM, de U Soo. roy. de UM. V* U^m, iU. ~^i4fat atier ilie cpldem. Krunkbeitea ia Atlnoraft. A. 4. Eat^l. Uotk 177g. 86. ~ ftle Tol^errKTheiidQQ Eniultlioltei:^ iloiUcDj ti«; Hjluhov. i^in. 'im. \* «r tb« med. UinggT. gf tbe MedltertaacaQ. Load. JS30. AOU, B«yr, tmd. Corrctvotideiiixbl. leUO. lifi, il] DeuUcbc BtHeffi UVer 4!«n Qd^jtu L ^IL HT. 1$) EdlAl}. med. ftnd mr«^ Jonrn. LIX. 241, LXIV. ^l&l. U} \ i^- U ^ Mt. 1«) Uämb, UBffU. der ges, SeUkd, IV. 36?. As«. J««is. of ai«<t Sc. iik4». Jujy, ftS. Oti«^, Uitp t«ofr. 440 Hirfch, historiaoh geographiiriie Pathologia. Brasilien in grosser Frequenz, namentlich häufig;er als in den H&i Nordamerika* angetroffen wird. Als eine höchst auffallende Ersi ist ferner des enorm häufigen Vorkommens von Nabelbrüchen i Negerrace zu gedenken, wie ein solches nicht bloss in der Heimalh selben, so in Gor^e (Senegambien) 0> unter den Bewohnern auf" Coast 3), an der Bay von Benin und Biafra^, anter den Ki und Grebus und andern Negerslämmen an den Ufern des Niger'} in vielen Gegenden Central-Afrikas ^), sondern auch in den von' mehr oder weniger bevölkerten Colonien, so namentlich in CayeiU beobachtet worden ist Die Hernien erreichen bei den Negern oft '^ enormen Umfang, Ireten gewöhnlich schon in firühem Alter der Indii auf, werden von denselben ihr Leben lang, ohne übrigens wesenUiehBl schwerden zu verursachen, und ohne eine besondere Behinderung b cji^ Arbeit abzugeben, ertragen und sind unter der Race so allgemein veitak dass sie mehr für eine körperliche Zierde, als für ein Uebel aogeMh werden, „umbilical hernia", sagt Daniell, „is ralher viewed in aitfi „mental light, and some people, under this idea, allow the inlesüMil „potrude to a considerable extenf' Schliesslich will ich nicht onervil lassen, dass auch auf einzelnen Inselgruppen des australischeo P* iynes, so nach Fox 7) auf den Fidschi-Inseln und nachdeBi chas ^) auf Neu-Caledonien Unterleibsbrfiche auffallend bäufi( troffen werden. §. 215. Bei einer Untersuchung der Frage nach demjenigen ten, welche einen wesentlichen, bedingenden oder fördernden, KnBai»* das Vorkommen und die Verbreitung von Unterleibsbrüchen fiussen, den wir von vorne herein den Umstand ins Auge zu fassen haben, die Krankheilsgenese abhangig erscheint entweder von AbnormiliUi den die Bauchwandungen zusammensetzenden Geweben und spedell ' Muskeln, in Folge deren gewisse Oeffnungen und Canäle in deosc primär erweitert sind, und somit das Hervortreten von Eingeweid^ passiver Akt ermöglicht wird, oder von einem von Seilen der Ein] ^ auf jene Ausgangsöffnungen anhaltend einwirkenden Andränge, der 8 lieh ein Nachgeben der Wände und eine passive Erweiterung der herbeiführt, durch welche die Eingeweide alsdann hindurchiulrelcn ^ mögen. Dieser Auffassung entsprechen auch die Thatsachen, welche kf zügiich einer Beanlworlung der zuerst ausgesprochenen Frage geltend p macht worden sind, oder doch geltend gemacht werden können. Ob und wie weit klimatische Verhältnisse in dieser BezieM einen Einfluss äussern, ist nicht leicht zu entscheiden, und nameod» erscheint die jenen vereinzeilen Thatsachen entnommene Behauptung, di^ Unlorleibsbrüche in warmen und heissen Gegenden häufiger als in genü sigten und kalten angetroffen werden, und die hieraus abstrahirten, ^ von Maydeil, Ziermann, Robertson, Rigler, Segond u. a. p lend gemachte Ansicht von dem erschlaffenden Einflüsse höherer Tcnp* raturen auf die Gewebe, von der Laxität und dem mangelnden Todus de selben u. s. w. vorläufig noch des Beweises bedürftig, und ebenso iit^ 1) Bericht in aas. des hopiUux 1839. Nr. 128. S) Dunoan Tnreli In WeitWi A$ Lond. 1M7. I. 80. 3) Daniell Sketches of the med. topoffr. of the Gvlf «f MJ I.ond. 184<J. »6. 4) Thomson in Trotter Narrmtlre of the Expedit to fhe. v Kiffer. Lond. 1848. 5) Harshall in Edlnb. med. and soff. Joun. XXXVÜL W* 6) Segrond in Joiim. hebdom. des progrös des Sc m^d. 1895 Januar, HllleiaOM| Wocheuschr. für die HeUkd. 1839. 581. 7) In Wilk e s NanaäTe of the U. IL « uloriuff Expedition etc. 8) Essai sor la topogr. m4d. de la NonyeUe-CaledoiiIe. Piur. 1860. n. Organ •ErankheiteiL üntarleibebröohe. 441 noch sehr fraglich, ob und in wie weil der reichliche Gebrauch er Bader, wie er im Oriente, und namentlich in Egyplen vorherrscht, esenllich zu jener LaxitäL der Gewebe und damit zu der Frequenz ünLerlelbsbrüchen beiträgt, wie Clot-Bey andeutet. Das einzige aeni, dem in dieser Beziehung eine wesenliiche Bedeutung zukommi, Ite, meiner Ansicht nach, in der Erblichkeit gesucht werden, der l Blumenbach ein grosses Gewicht für die Endemicitat von Unter- ibrüchen in der Schweiz beilegt; „was, jetzt wenigstens wohl als die htigste causa praedisponens der Bruche in der Schweiz angesehen den muss,** heisst es bei demselben, ,Jst die seit langen Jahren prä- irte erbiiche Disposition, von deren unleugbarer Zuverlässigkeit un4 uss ich täglich mehr überzeugt werde* Richter hat es in seinem erke von den Brüchen durch eigne ihm bekannte Beispiele bestötigl, Bruche selbst in einzelnen Familien erblich werden können, wie viel itir also in einem Lande, wo der Schaden aus so mancherlei und tief l^eDden (sogleich näher zu bezeichnenden) Ursachen gleichsam ende- eh geworden ist/* Eine ähnliche Bewandtniss mag es wohl mit dem herrschen von Nabelbrüchen unter den Negern haben. — §* 216, Eine bei weitem grössere RoMe in der Aetiologie derünler- sbrüehe überhaupt, und so speciell in der des endemischen Vorkom- is derselben, spielen wohl diejenigen Momente, welche auf dem oben «deuteten zweiten Wege zur Ursache derKrankheilsentslehung werden, j, was einen gewaltsamen, mehr oder weniger plötzlich eintretenden, ttenden oder oft wiederholten Andrang der Unter leibsein ge weide gegen Bauch Wandungen veranlasst, giebt nachweisbar sehr häufig zu Hernien :anlassung und so erscheint es auch vollkommen gerechtfertigt, derar- Schädlichkeiten , insofern sie in Ländern oder Gegenden, wo Unler- brüche In grosser Frequenz oder endemisch vorkommen , angelroflcn rden, in die nächste kausale Beziehung zur Pathogenese zu bringen, dieser Beziehung ist das Vorherrschen der Krankheit in bergigen Ge- iden hervorzuheben, wo, wie viele der angeführten Beobachter ^) erklä- I, die körperliche Anstrengnng bei dem Auf- und Absteigen, entlich wenn dieselbe noch gleichzeilig durch das Tragen schwerer Ften gesteigert wird, eine Hauptursache für die Krankheitsgenese abgiebt gleicher Weise dürae das Vorkommen der Krankheit unter solchen 6tkerungen erklärlich sein, welche sich anhaltend oder vorwiegend "gen, sehr starken körperlichen Anstrengungen bei der Arbeit andern Gelegen heilen unterziehen; Prasiow macht auf das häufige kommen von rechtseitigcn Leistenbrüchen bei den Goldwäschern in mien aufmerksam und findet die Ursache dieser Erscheinung in der erlichen Anstrengung bei der Arbeit, indem ihre Hauptbeschafligung besteht, die mit Sand gefüllte Schaufel aus der Tiefe der Grube von tfi nach links hoch hinauf zu werfen; bemerkenswerth ist das Vor- chen von Brüchen unter den Frauen solcher Völkerschaflen, bei wel- dieselijen gewohnt sind» die Kinder onhaUcnd mit sich auf dem Rü- herumzutragen, und in dieser Weise selbst schwere Arbeiten zu ver- n; Zi ermann bemerkt, dass unter den deutschen (hannoverschen) alen auf Sicilien Brüche weit häufiger vorgekommen sind, als unter englischen, und sieht eine Ursache hievon in dem Umstände, das» bei den schweren Arbeiten im Dienste, namentlich der Forlbewegung meref Massen, mit ungleich grösserer und schnellerer Kniftanstrengung |1) DIdelot tn 4l«a Vogwett, BoinrUli Ui i«ba4t4»poL t%* 449 Hirsch, hlflorlfqk geograjth&wAe Patkologie. 2a W^rke gingen, als diese, und sieh dabei sehr oft übernahmen, so da« Anlagen zu Brüchen oder selbst Brüche eine unmittelbare Folge dav« waren; Blumenbach legt in der Erklärung des endemischen Vorbeff' Sehens von Hernien In der Schweiz ein grosses Gewicht auf die dort p- bräuchlichen, sehr gewaltsamen körperlichen Uebungen, Ringen, SteinsU» sen u. s. w., demnächst aber auch auf „die gewaltsamen Efforts bei eioi- „gen ihrer Alpenarbeiten, zumal beim Eintragen des Heus, da sie woU „Bunde von 2 Centner und darüber mit einer gefährlichen Bewegung da „Körpers sich aufladen und forttragen. Sie binden nämlich den zusao- „mengelegten Haufen mit einem Stricke fest, legen sich dann rüeklings «ol „das Bund, fassen das Ende des Strickes über den Schultern, werten die ,3eine hoch in die Luft und stürzen sich dann sogleich vorwärts auf dk „Kniee, so dass die ganze Last Heu ihnen auf die Schultern und des „Bücken fallt, mit welcher sie dann aufstehen und fort laufen. Dass dieie „unnatürliche Leibesbewegung einen Hauptanlass zu den häufigen Brüeheo „der Appenzeller gebe, schliesse ich u. a. auch daraus, weil diese Sddir „den im Entlibuch, dessen Einwohner übrigens in ihrem ganzen NadutB, „Lebensart, Arbeiten u. s. w. die grösste Aehnliclikeit mit jenen bibei, „doch ungleich seiteuer sind, wo man sich zumTiansport des Heues eioes „inventieusen, leichten, kleinen Wagens mit 2 Räderchen bedienf — Als ein in dieselbe Categorie gehöriges Moment hebt Stadiin, allein offenbir in einer viel zu einseitigen Weise, das endemische Vorherrschen VM Keuchhusten im Canlon Zug zur Erklärung der dort so häufigen osd allgemein vorkommende